Interkulturelle Elternkooperation

Dieser Beitrag basiert auf folgenden Quellen:

Alpbek, Mehmet (2017): Schule und Kindertageseinrichtungen, in: Groß, Torsten/Huth, Susanne/Jagusch, Birgit/Klein, Ansgar/Naumann, Siglinde (Hrsg.) (2017): Engagierte Migranten - Teilhabe in der Bürgergesellschaft, Schwalbach i.Ts., S. 173-178.

Glorius, Birgit (2014): Bildungsbenachteiligung durch Migration? Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund  im deutschen Bildungssystem.

Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V. (KWB) (2014): (Interkulturelle) Elternkooperation am Übergang Schule – Beruf: Versuch einer Bestandsaufnahme.

Kultusministerkonferenz (KMK) (2013): Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule.

Netzwerk Interkulturelle Elternprojekte des ESF (2011): Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige interkulturelle Elternkooperation (im Folgenden als NIEP 2011 zitiert).

Der Bildungserfolg der Kinder und Jugendlichen in Deutschland wird nicht nur von dem sozioökonomischen Status und der sozialen Herkunft der Eltern beeinflusst (vgl. Alpbek 2017, S. 173), sondern auch von deren Migrationserfahrung und der damit einhergehenden Benachteiligung, die ihre Kinder im Erziehungs- und Bildungsbereich erfahren (vgl. Glorius 2014, S. 179). Aus diesem Grund ist es wichtig, das Thema Zusammenarbeit mit Eltern um diesen Aspekt zu erweitern.

Interkulturelle Elternkooperation stellt eine weitere Form der Zusammenarbeit mit Eltern dar. Hier kommt jedoch die interkulturelle Komponente hinzu, die den differenzierten und wertschätzenden Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt fokussiert (vgl. KWB 2014, S. 8).

Ähnlich wie bei der Zusammenarbeit mit Eltern meint der Begriff Elternkooperation eine gleichberechtigte Beziehung zwischen Eltern (mit Migrationshintergrund) und pädagogischen Fach- sowie Lehrkräften und stellt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe dar (vgl. NIEP 2011, S. 4). Darüber hinaus kann Elternkooperation auch die Zusammenarbeit "der Eltern untereinander meinen als auch die zwischen den Eltern und anderen Akteuren wie der Schule oder Beratungsstellen" (KWB 2014, S. 5). Sie weist somit "auf den freiwilligen Charakter der Interaktion hin" (ebd.) und betont dabei die aktive Rolle der Eltern.

Interkulturelle Elternkooperation zielt zudem darauf ab, die "interkulturelle Öffnung und de[n] Abbau struktureller Diskriminierung" (KMK 2013, S. 2) in den Erziehungs- und Bildungseinrichtungen voranzutreiben. Dabei wird die Vielfalt der Elternschaft berücksichtigt und als wichtige Ressource in die pädagogische und/oder schulische Arbeit einbezogen. Dies ermöglicht es, Ansätze, Methoden und Angebote zu entwickeln, die sich an die jeweiligen Bedürfnisse der Eltern (mit Migrationshintergrund) richten (vgl. ebd., S. 9). Besonders wichtig ist hierbei eine offene, wertschätzende, ressourcenorientierte Haltung der pädagogischen Fachkräfte gegenüber den Eltern (vgl. NIEP 2011, S. 4).

Praxisbeispiele

Koordinierungsstelle FörMig - MV bei der RAA-MV e.V.: Checkliste zur interkulturellen Elternarbeit: Bestandsaufnahme

Diese Checkliste bietet Lehrkräften eine Hilfestellung zu gelungenen interkulturellen Zusammenarbeit mit Eltern.

Amt für Integration und interkulturelle Angelegenheiten der Stadt Bielefeld: Interkulturelle Zusammenarbeit mit Eltern. Grundlagen und Empfehlungen für die interkulturelle Zusammenarbeit mit Eltern im Bereich der  vorschulischen, schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit

Dieser Infobrief richtet sich an alle Akteure, die im vorschulischen, schulischen und außerschulischen Bereich interkulturelle Bildungsarbeit mit Eltern leisten. Er bietet praktische Grundlagen und Handlungsempfehlungen zur Gestaltung der interkulturellen Zusammenarbeit.