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Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung & Teilhabe (bbt)Das Interview mit Mamad Mohamad (LAMSA e.V.) beleuchtet zentrale Unterschiede und Gemeinsamkeiten migrantischer Teilhabe in Ost- und Westdeutschland mit besonderem Fokus auf Bildung, Elterngremien und zivilgesellschaftliche Strukturen. Mohamad zeigt, dass Ostdeutschland historisch ein Zuweisungs- und kein Einwanderungsland ist, wodurch eine generationenübergreifende migrantische Zivilgesellschaft weitgehend fehlt. Gleichzeitig führen ein gut ausgebautes Kitasystem und frühe Bildungsangebote zu vergleichsweise besseren Teilhabechancen, die jedoch beim Übergang in weiterführende Schulen häufig abbrechen. Die geringe Repräsentation migrantischer Eltern in Elterngremien wird als Ergebnis fehlender Erfahrung, struktureller Hürden und mangelnder Vorbilder beschrieben. Diskriminierungserfahrungen und erhöhte Gewaltbelastung tragen dazu bei, dass insbesondere junge Menschen Ostdeutschland verlassen. Zugleich betont Mohamad das Potenzial gemeinsamer Gegenidentitäten von Ostdeutschen und Migrant*innen: In der gemeinsamen Erfahrung von Ausschluss liege die Chance für solidarische, community-übergreifende Bündnisse, die sich jenseits von Klientelinteressen für gerechtere Bildungschancen und echte Teilhabe einsetzen.